Emmentaler Alpabfahrt Wasen-Sumiswald

Berner Alpen Alpabfahrt
Berner Alpen Alpabfahrt
Alpabfahrt 2018 - Bild: Peter Kohler
Alpabfahrt 2018 - Bild: Peter Kohler
Alpabfahrt 2013 - Bild: Peter Kohler
Alpabfahrt 2013 - Bild: Peter Kohler

Wenn das Geläute der Treicheln ertönt....

....ist es Herbst geworden! 

Die Alpabfahrten in der Gemeinde Sumiswald erfreuen sich immer grösster Beliebtheit. In den Dörfern Sumiswald und Wasen wird die Rückkehr der gesömmerten Rinder jeweils mit einem traditionellen Alpabzug am Freitag vor dem Bettag gefeiert. 

Mit dröhnendem Glockengeläute, unterbrochen von Jauchzern, nähern sich jeweils die Hirtenfamilien mit ihren liebevoll mit Blumen bekränzten, rund 850 Rindern den Dörfern. Die Rinder, schön geputzt, mit Blumen um Stirn und Bauch und um den Hals gestickte Riemen mit Glocken und Trycheln, stellen den ganzen Stolz der Bauernfamilien dar. 

Ein absolut sehenswertes Highlight im Veranstaltungskalender der Gemeinde!

Lassen Sie sich diesen Anlass nicht entgehen, wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Informationen

Die nächste Alpabfahrt

Die nächste Alpabfahrt findet statt am Freitag, 16. September 2022.

Programm

UhrzeitWas
ca. 07.30 UhrStart des Alpabzuges bei den Alphirtschaften
ca. 08.00 Uhr bis 13.00 UhrDurchmarsch beim Rest. Hornbach-Pinte
ca. 08.30 Uhr bis 13.00 UhrEinzug respektive Durchmarsch Dorf Wasen i.E.
ca. 09.00 Uhr bis 12.30 UhrDurchmarsch Mauer (zwischen Sumiswald und Wasen)
ca. 09.00 Uhr bis 13.00 UhrAlpeinzug Dorf Sumiswald

Reihenfolge der eintreffenden Hirtenfamilien und ihren schön geschmückten Rindern:

Gruppen nach Sumiswald:

  • Rindergrat
  • Bisegg
  • Vorderried
  • Hinterarni
  • Kohlschwand
  • Kessisboden
  • Lushütte
  • Lüderen
Gruppen nach Wasen i.E.:
  • Obere Scheidegg
  • Krähenbühl
  • Farnli

Bemerkungen:

  • Die genaue Zeiten können nicht definiert werden, es kann zu Verzögerungen kommen
  • Die Verpflegungsmöglichkeiten sind ab Start des Einzuges während der ganzen Zeit geöffnet und bleiben auch nach Ende des Alpeinzuges offen (open End).
  • Die Besucher/innen werden gebeten, nicht zu den Verladestationen in den Dorfzentren zu gehen (Unfallgefahr!)

Übersichtskarte

Gesamtübersicht
Detail Sumiswald
Detail Wasen i.E.
Gesamtübersicht

Auf der Übersichtskarte finden Sie Informationen zu den Standorten von:

  • Verpflegungsmöglichkeiten
  • Parkplätzen, Strassensperrungen, Umleitungen und ÖV
  • Öffentliche Toiletten
  • Route der Alpabfahrt

Sie können die Karte mittels Zoomen vergrössern. Ebenfalls finden Sie in den oberen laschen die Details zu den beiden Ortschaften Sumiswald und Wasen.

Detail Sumiswald
Detail Wasen i.E.

Gastronomie und Unterhaltung

Die Festwirtschaften sind ab Start des Alpeinzuges für Sie geöffnet und bleiben auch nach Ende des Einmarschs offen (open End). Für Ihr leibliches Wohl sorgen am Anlass jeweils folgende Fest- und Gastwirtschaften:

Standort Sumiswald

Übersicht
Frauenverein 
Jodlerklub Sumiswald
Familie Schüpbach
Restaurants
Unterhaltung
Übersicht

Nebst den Gastrobetrieben stehen Ihnen ebenfalls diverse Festwirtschaften in Sumiswald als Verpflegungsmöglichkeiten zur Verfügung. Hier finden Sie weitere Informationen zum Angebot. Die Standorte der Verpflegungsmöglichkeiten sind in der Übersichtskarte ersichtlich.

Frauenverein 

Organisation:
Frauenverein Landfrauengruppe Sumiswald

Standort: 
Kirchgasse, vor Papeterie Härzbluet

Angebot:

  • Diverse warme und kalte Getränke
  • Einfaches kaltes und warmes Speiseangebot
Jodlerklub Sumiswald

Organisation:
Jodlerklub Sumiswald-Grünen

Standort:
Marktgasse 18, Stettlerhaus (ehemaliger Werkhof)

Angebot:

  • Diverse warme und kalte Getränke
  • Einfaches kaltes und warmes Speiseangebot
Familie Schüpbach

Organisation:
Familie Schüpbach

Standort:
Mauer 565, Sumiswald

Angebot:

  • Diverse warme und kalte Getränke
  • Einfaches kaltes und warmes Speiseangebot
Restaurants

Eine Übersicht der Gastrobetriebe in unserer Gemeinde finden Sie hier. 

Eine vorgängige Reservation wird empfohlen.

Unterhaltung

Informationen zur Unterhaltung folgen.

Standort Wasen

Übersicht
Landfrauen
Ortsverein
Restaurants
Unterhaltung
Übersicht

Nebst den Gastrobetrieben stehen Ihnen ebenfalls diverse Festwirtschaften in Sumiswald als Verpflegungsmöglichkeiten zur Verfügung. Hier finden Sie weitere Informationen zum Angebot. Die Standorte der Verpflegungsmöglichkeiten sind in der Übersichtskarte ersichtlich.

Landfrauen

Organisation:
Landfrauen Wasen i.E.

Standort:
Parkplatz Rest. Hornbach-Pinte

Angebot:

  • Diverse warme und kalte Getränke
  • Einfaches kaltes und warmes Speiseangebot
Ortsverein

Organisation:
Ortsverein Wasen i.E.

Standort:
Dorfstrasse, vor Drogerie Krebser

Angebot:

  • Diverse warme und kalte Getränke
  • Einfaches kaltes und warmes Speiseangebot
Restaurants

Eine Übersicht der Gastrobetriebe in unserer Gemeinde finden Sie hier.

Eine vorgängige Reservation wird empfohlen.

Unterhaltung

Informationen zur Unterhaltung folgen.

Anreise und Parkplätze

Bitte Reisen Sie wenn möglich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln an, die Parkplätze vor Ort sind beschränkt. Sollten Sie trotzdem mit dem Auto anreisen, beachten Sie die Anweisungen unter dem Register "Anreise mit dem Auto". Die Durchfahrt durch die Dorfzentren sowie zwischen Sumiswald Mauer und Wasen i.E. ist während des Anlasses nur beschränkt möglich.

Anreise mit dem ÖV
Anreise mit dem Auto
Anreise mit Reisecar
Anreise mit dem ÖV
Anreise mit dem Auto

Parkplatzaufteilung:

  • Bitte beachten Sie die Weisungen des Verkehrsdienstes und den Umleitungssignalen.
  • Die Kantonshauptstrasse zwischen Sumiswald und Wasen bleibt ab Höhe "Mauer" bis in den Wasen für sämtlichen PW-Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt über die Kleinegg (beachten Sie die Umleitung auf Höhe Forum Sumiswald AG).

Anreise mit GoogleMaps planen:

Anreise mit Reisecar

Die Reisecars beachten bitte die Weisungen des Verkehrsdienstes. Eine vorgängige Anmeldung ist wünschenswert.

Situationsplan Parkplätze 2021

Portrait der Hirtenfamilien / Alpgenossenschaften

Arnigesellschaft

Hinterarni
Kessisboden
Kohlschwand
Untere Kühbisegg
Rindergrat-Fischgraben
Vorderried
Hinterarni

Betrieb:
Jürg und Susanne Reist

Beschreibung:
Die Hinterarnialp AG wurde 1863 von innovativen, weitsichteigen Oberaargauern gegründet. Seit 1913 lebt die Familie Reist auf dem 1200m.ü.M. liegenden Hinterarni, Gemeinde Wasen, wo sie seit jeher für die Hinterarnialp AG dient. Wir heissen Jürg und Susanne Reist mit unseren erwachsenen Söhnen Michael und Stefan, welche eine Ausbildung zum Landwirt und Zimmermann absolvieren. Wir freuen uns sehr, ihnen unser Betrieb vorstellen zu dürfen.

Das Führen dieses anspruchsvollen, eigenwilligen und sehr vielfältigen Betriebs ist nicht immer einfach, aber wahnsinnig spannend. Der landwirtschaftliche Pachtbetrieb umfasst eine Grösse von 19.7 Hektaren landwirtschaftliche Nutzfläche, mit einem Laufstall der Platz bietet für die 30 eigenen Aufzuchttieren, welche das ganze Jahr auf der Alp verbringen.

Daneben gilt es den Sömmerungsbetrieb aufrecht zu erhalten. Rund 120 Sömmerungsrinder aus den Talbetrieben sind auf je zwei Scheunen aufgeteilt (Namen Hocharni und Hinterläger) und verbringen von Ende Mai bis zum Bettag im September den Sommer auf dem Hinterarni. Die Rinder stammen vorwiegend aus dem Raum Emmental- Oberaargau. Vom Simmenthaler über Limousine bis Holstein sind alle Rassen vertreten. Die Rinder werden täglich wegen der grossen Hitze und der Fliegen gestallt, die Nacht verbringen die Tiere frei auf den weitläufigen Arniweiden und wenn gewünscht, werden die Tiere besamt. Im Winter sind wir auch für einen Teil der Schneeräumung der Zufahrt verantwortlich und Jürg arbeitet im Wald der Hinterarnialp.

Daneben bewirtschaften wir auch die Alpwirtschaft, die ganzjährig geöffnet ist und über eine Sonnen-Terrasse von 120 Sitzplätzen und 70 Innenplätzen verfügt, aufgeteilt in verschiedene Stübli. Nicht immer ist es einfach, die wetterabhängige Alpwirtschaft zu führen, genügend einzukaufen, Service- und Küchenmitarbeiterinnen zu mobilisieren. Gerne bieten wir bei einem Gruppenbesuch oder Betriebsausflug einen Vortrag, eine Vorführung über das Gebiet und den Begebenheiten vom Hinterarni.

Ein Höhepunkt der Sömmerungszeit ist die Alpabfahrt. Es freut uns immer sehr, der Bevölkerung und Tratitionsbegeisterten ein uraltes Brauchtum zu zeigen und Freude zu verbreiten. Die Marschzeit vom Hinterarni nach Sumiswald beträgt rund 15 Kilometer und dauert etwa drei Stunden.

Möchten sie noch viele spannende Informationen über unseren interessanten Betrieb erfahren?

Besuchen sie uns unter www.hinterarni.ch

Kessisboden

Betrieb:
Mirjam Bigler

Beschreibung:
Der "Chessu" liegt zwischen Hinterarni und Lushütte auf knapp 1200 m.ü.M.

Seit Anfang 2020 bewirtschaftet von Mirjam Bigler mit ihren 30 Ziegen, Gitzi, Übergitzi und 2 Böcken, 2 Grossesel, Hühnern und Hirtenhunden.

Auf den Sömmerungsweiden werden 40 Guschti gealpt.

Hofprodukte wie Gitzifleisch im Mischpaket, Trockenwürste geräucht, Trockenfleisch und Käse (Alp- und Frischkäse) werden Direktvermarktet.


Der "chessu", sonnseitig gelegen vis à vis von der Geissgratfluh und Esel, liegt zwischen Hinterarni und Lushütte auf knapp 1200 m.ü.M. Gepachtet seit Anfang 2020 von Mirjam Bigler. Nach 25 Jahren hirten, älplern und als Geissbäuerin unterwegs im Kanton Tessin, zurück im Emmental, bewirtschaftet sie die knapp 10 Hektare "Höger" zusammen mit der langjährigen Mitälplerin Luzi und ihren Ziegen, Eseln, Hühnern und Hirtenhunden. Über die Sommermonate angestellt als Hirtin für die 40 gealpten Guschti, auf den anliegenden Sömmerungsweiden.

Tierpflege, Weidepflege, Zäunen, Mähen, Misten gehören im Sommeralltag dazu, wie das Melken und Hirten der Ziegen im Frühling sowie Herbst.

Ab Juni bis Anfang September sind die Milchgeissen z'Alp bei einer Freundin nähe der Lobhörner im Berner Oberland. In dieser Höhe ist die Ziege daheim, am "umestägere" in der Vielfalt der Kräuter, glücklich und zufrieden ihrem Natürell entsprechend. Wieder im Chesseisboden im Herbst haben die zwei Geissböcke allerhandvoll zu tun!

Saisonal werden Hofeigene Produkte wie:

  • geräuchte Trockenwürste Pikant und Natür
  • Trockenfleisch
  • Frischkäse & Vollmilchziger
  • Alpkäse
  • Gitzi- und Herbstweidegitzifleisch im Mischpaket inkl. Bratwürste

direkt ab Hof vermarktet.

Grossesel sind ideale Tragtiere mit sicherem Tritt in den Emmentaler "Höger" wie auch in steilerem Gelände, zum basten von Zaunpfosten und Brennholz. Geplant ist in Zukunft ebenfalls Eseltrekking als Familien- oder Freundeerlebnis.

Mirjam:
"Nach einem erlebten 1. Jahr im "Chessu" mit allem drum und dran: viel Arbeit durch die Züglete vom Ticino in das Emmental, die Umstellung der Tiere, manchmal "längizytti", viel neues, alte Freunde wieder in der Nähe zu haben, liebe Helfer von rundum, viel Schnee, das erste mal Güschtele in tieferen lagen mit aufstallen etc., die wunderbare alpabfahrt, usw...... bin ich glücklich hier angekommen & meine Tiere sind auch z'Fride.

Kohlschwand

Betrieb:
Familie Barbara und Ueli Flückiger mit Fabian

Beschreibung:
Der Hauptbetrieb Grabenbergli liegt auf 888m.ü.M. und befindet sich in der Kurzenei. Im Jahr 2013 konnten wir den Kohlschwand, zwischen Hinterarnialp und Hornbachstrasse in Pacht nehmen. Dieser Alpbetrieb liegt auf 1068m.ü.M.

Beide Betriebe zusammen umfassen 12,2 Hektaren landwirtschaftliche Nutzfläche und 0,8 Hektaren Wald. Auf dem Hauptbetrieb Grabenbergli werden schottische Hochlandrinder gehalten. Auf dem Pachtbetrieb Kohlschwand wird ganzjährig das Jungvieh der Hochlandrinder gehalten, sowie während den Sommermonaten ca. 58 Sömmerungsrinder.

Ueli ist gelernter Metzger und arbeitet während den Wintermonaten in der Metzgerei Hähni in Hasle-Rüegsau. Dieser Beruf ermöglicht Ueli auch, das Fleisch seiner Tiere selber zu verarbeiten und direkt zu Vermarkten. Diese Direktvermarktung ist ein weiterer, wichtiger Betriebszweig.

Tiere:
5 Mutterkühe mit Kälbern
1 Stier
10 Jungtiere
58 Sömmerungsrinder

Alpzeit
Im Frühling werden die Zäune kontrolliert und wo nötig neu gezäunt. Kurze Zeit später ziehen schon bald die ca. 58 Sömmerungsrinder in den Stall ein. Diese werden in 2 Anbindeställen täglich eingestallt. Auf Wunsch der Tierbesitzer werden die Rinder auch besamt.

Alpabfahrt
Der Höhepunkt des Alpsommers ist die Alpabfahrt. Während eines ganzen Tages werden die Rinder geputzt und gewaschen. Für jedes Tier wird eine Treichel, eine Glocke und Blumenschmuck bereit gemacht. Dies ist nur Dank freiwilligen Helfern möglich. Der Fussmarsch von der Kohlschwand nach Sumiswald dauert 3 Stunden.

Untere Kühbisegg

Betrieb:
Familie Wüthrich

Beschreibung:
Die untere Kühbisegg liegt unterhalb des Biseggchnubels auf 1050 m.ü.M im Hornbach.

Der Pachtbetrieb der Hinterarnialpgenossenschaft wird seit 1925 von der Familie Wüthrich geführt. Momentan in der 3 Generation von Daniel & Doris Wüthrich mit Rebekka und Renato. Die Eltern von Daniel leben unterhalb des Betriebes im Schwändigraben welcher auch zur Hinterarnialp AG gehört.

Geschichtliche Eckdaten
1925: neuer Hirt Fritz Wüthrich 1 Generation
1956: Die Liegenschaft Schwändigraben wird von der HAG gekauft.
1958: Erweiterung des Sömmerungstalls Biseggstall
ca. 1965: Hans übernimmt mit Vreni den Betrieb von Fritz 2 Generation
1999: Daniel übernimmt mit Doris den Betrieb von Hans 3 Generation
2009: Umstellung von Mastkälber auf Aufzuchtrinder

Der Betrieb umfasst 8.5 ha Landwirtschaftliche Nutfläche und ca. 22ha Sömmerungsweide, welche vor allem wenig intensiv und extensiv genutzt werden. Ein wichtiger Bestandteil des Betriebes ist der Wald im Schwändigraben und Söiloch. Forstwirtschaft gehört somit zu einem der Hauptbetriebszweige. Daneben gibt es noch 18-20 Aufzuchtrinder welche jeden Tag gefüttert und gepflegt werden wollen. Ein wichtiges Markenzeichen oder Hobby von Daniel unseres Betriebs sind die Kartoffeln welche wir noch nach alter Art anbauen und ernten.

Hans hirtet immer noch jeden Sommer 12 Sömmerungsrinder und unserer 2 Aufzuchtrinder, nebenbei ist er jeden Tag draussen und erledigt sehr viel wertvolle Arbeiten für uns.

Im Winter arbeitet Daniel im Lohn als Waldarbeiter für Rudolf Gerber, Doris arbeitet das ganze Jahr über 40% in der Metzgerei Tschanz in Kleindietwil.

Im Frühling wenn der letzte Schnee vergangen ist, gehen die Arbeiten auf der Weide los. Das erste Unkraut muss bekämpft werden, die Zäune müssen wieder aufgebaut oder repariert werden, die Weidebrunnen werden geputzt und die Ställe für die bald eintreffenden ca. 58 Sömmerungsrinder bereit gemacht. Wir sind immer sehr gespannt was für Tiere zu uns kommen, von Holstein über Braunvieh bis Simmental oder gar Angus ist alles vertreten.

Der Sommer ist die schönste aber auch die anstrengendste Zeit im Jahr. Am morgen wollen alle Tiere in den Stall an ihren Platz gebunden werden und mir etwas Salz verwöhnt werden, ist dies erledigt folgt der Alltag auf der Weidepflege oder der Heuernte. Am späteren Abend, wenn sich die Bremsen und fliegen zurückgezogen haben, können die Rinder wieder nach draussen sich den Magen vollschlagen. Nach einem strengen Tag gibt es nichts schöneres als draussen zu sitzen und den Rindern durch das Geläut der Schellen beim fressen zu zuhören.

Aber Freude ist bekanntlich von kurzer Dauer, so müssen die Sömmerungsrinder Mitte September wieder zu ihren Besitzern zurück. Durch viel Arbeit und Engagement werden die Tiere vor ihrem 2-2.5 Stunden Marsch nach Sumiswald geschmückt und mit Treicheln und Glocken versehen. Wenn man mit den geschmückten und stolzen Tieren die Heimreise antritt schwebt der ganze Sommer noch einmal an einem vorbei. Hat man dann in Sumiswald alle Tiere wieder bei ihren Besitzern abgegeben ist der Sommer definitiv vorbei und kann nach ein zwei Gläsern Wein zur Feier des Tages bestimmt gut schlafen.

Rindergrat-Fischgraben

Betrieb:
Familie Margrit und Patrick Wymann-Röthlisberger

Beschreibung:
Der Pachtbetrieb Rindergrat-Fischgraben liegt auf 1050 m.ü.M., zwischen Hinterarni und Hornbachstrasse.

Im Jahr 2016 wurden die Betriebe Rindergrat und Fischraben zusammengeschlossen und werden seit 2018 von Margrit & Patrick Wymann-Röthlisberger bewirtschaftet. Der Betrieb wurde von den Eltern von Margrit übernommen und wird nun in der 5. Generation weitergeführt.

Der Betrieb umfasst eine Grösse von 23.6 Hektaren landwirtschaftlicher Nutzfläche. Während den Wintermonaten arbeitet Patrick, gelernter Käser, in der Bergkäserei Fritzenhaus, was ein wichtiger Nebenerwerb für den Betrieb ist. Nebst der Direktvermarktung des Natura Beefs, sind noch weitere Betriebszweige geplant.

Tiere

  • 7 Mutterkühe mit ihren Beefs
  • 10 Aufzuchtrinder
  • Freilandschweine
  • Hühner, Katzen, Kaninchen
  • 115 Sömmerungsrinder

«Älplerzyt, die schönsti Zyt»
Im Frühling sobald der letzte Schnee vergangen ist, beginnt die Alpzeit mit zäunen und der Weidepflege. Während den Sommermonaten halten uns die Sömmerungsrinder auf Trab und geben den Takt an. Aufgeteilt in 3 Anbindeställe werden die Tiere täglich gestallt und betreut. Auf Wunsch werden die Tiere besamt und wenn nötig von uns homöopathisch oder Phytotherapeutisch behandelt. Während der Sömmerungszeit helfen die Eltern von Margrit, Ursula und Werner mit und betreuen die Sömmerungstiere im Fischgraben. Werner arbeitet daneben als Forstwart-Instruktor und selbstständiger Baggerarbeiter.

«We die schöni Zyt vergeit»
Der Krönende Abschluss des Alpsommers ist die Alpabfahrt. Alle Tiere werden mit Blumen und Treicheln reich geschmückt und während eines Fussmarsches von 2 ½ Stunden auf Sumiswald getrieben. Einer der schönste Tage, welcher nur dank guter Helfer möglich ist.

Vorderried

Betrieb:
Familie Daniel Jutzi

Beschreibung:
Das Vorder Ried umfasst eine Gesamtfläche von 30 ha, wovon 7 ha Waldfläche, 10 ha LN-Pachtland
und 13 ha Sömmerungsweiden sind. 1999 übernahm ich von meinem Vater die Hirtenstelle im Vorder Ried, wo ich heute mit meiner Mutter Hanni wohne.

Bereits seit den 1940er Jahren eine Hirtefamilie
Die Familie Jutzi ist bereits seit den 1940er Jahren als Hirte tätig: Mein Vater Otto Jutzi begann 1948 seinen Dienst bei der Hinterarnialpgesellschaft (HAG) im Kohlschwand. Im Jahre 1967 übernahm meine Familie die Hirtenstelle im Vorder Ried, im Hornbachtal. Es ist eine der sieben Hirtschaften der HAG. Während des Jahres kann ich auf die Mithilfe meines Neffens Lukas und meiner Familie zählen, die mich während den arbeitsreichen Sommermonaten unterstützt. Im Nebenerwerb bin ich bei der Burgergemeinde Sumiswald als Forstwart angestellt.

Von Kälbermast zur Mutterkuhhaltung
Nach der Kälbermast stellten wir 2003 unseren Landwirtschaftsbetrieb auf Mutterkuhhaltung um. Seither weiden 12 Mutterkühe mit ihren Kälbern auf den Weiden ums Vorder Ried. Die Jungtiere werden rund 10 Monaten in der Mutterkuhhaltung aufgezogen und anschliessend zur Schlachtung abgeholt.

Sömmerung der Guschti im Freilaufstall
Nebst meinem Betrieb sömmere ich während 100 Tagen Alpzeit rund 40 Guschti der Hinterarnialpgesellschaft im Freilaufstall der HAG, der oberhalb des Vorder Ried steht. Auch beim Freilaufstall mache ich zwei Mal pro Tag den Weg zu den Guschti, um zu misten, die Tiere zu zählen und nach dem Rechten zu sehen.

Alpabfahrt – der krönende Abschluss der Alpzeit
Nach der Alpzeit, immer am Freitag vor dem Bettag, ist unsere traditionelle “Emmentaler Alpabfahrt Wasen-Sumiswald”, bei der wir und die anderen Hirtefamilien die Guschti der HAG nach Sumiswald treiben, wo sie ihren Besitzern wieder übergeben werden. Die Alpabfahrt mit den schön geschmückten Tieren ist nach dem Alpsommer der krönende Abschluss und weckt gleichzeitig bereits die Vorfreude auf die nächste Alpzeit.

VORGESCHICHTE DER HINTERARNI - AKTIENGESELLSCHAFT

Die Schenkung
Erste Dokumente in Bezug auf die Arnialpen weisen das Jahr 1225 und 1240 auf. Das Wort Arne ist im Ursprung dänisch und bedeutet einen Feuerplatz, eine Tenne oder ein Haus.

Ein Dokument bestätigt, das der Edle Lüthold von Sumiswald eine Schenkung der Arnialpen an die Brüder des Deutschrittersordens zu Jerusalem tätigte, zu Gunsten des Ordenshauses Sumiswald, damals das Hospital der heiligen Jungfrau Maria. Dieses Hospital war der Grundstein zum heutigen Schloss Sumiswald, früher «Spittell» genannt.

Das Hinterarni wird Privatbesitz
Im Jahr 1573 gingen die Arnialpen durch Lehensbriefe an den Vogt Michael Wagner über. Bei dieser Übergabe tauchten erstmals die Namen der einzelnen Alpen auf, welche der ganzen Arnialp zugehörten.

Die Besitzer aus der Familie Gatschet
1660 wurden die Arnialpen an Daniel Gatschet verkauft, welche die Alpen bis 1799 als ihr Familienbesitz aufweisen. Danach Verkauf an die Bernbürgerin Sophie Zeeleder bis zum Jahr 1863.

Das Hinterarni wird Genossenschaftsalp
Nach dem Tod von Major Bernhard Zeerleder 1863 brachten die Erben den gesamten Hinterarnibesitz am 20. Juni 1863 im Bären Sumiswald zur Steigerung vor. An der Steigerung fielen einige Angebote, als vierthöchstes eines von umgerechnet 122 000 Franken von Seite der Oberaargauer Geiser, Lehmann, Vogel und Obrist. Der Kauf wurde keinem Bietenden zugeschlagen, weil die Oberaargauer erklärten, dass sie im Namen einer noch nicht gegründeten oberaargauischen Gesellschaft für Viehzucht handelten. Die Rinder sollten im Berggebiet zu kräftigen, robusten und widerstandsfähigen Tieren heranwachsen. Es galt der Leitsatz: «Üsi jungi Waar mues bärget sii.»

Eine Alp, wo das Jungvieh der Talbauern gesömmert werden sollte, war eine neue, zukunftsweisende Art der Bewirtschaftung von nahgelegenem Berglande. Kein verkäsen von Milch der Kühe, sondern das Jungvieh zu stärken und die Milchkühe im Tal zu lassen, war ein neuer Weg in der Landwirtschaft. Die Erbschaft Zeerleder stimmte diesem aussichtsreichen, weitsichtigen Vorhaben zu.

Die eigentliche Gründung
Nach einer geglückten Konvention und dem gesicherten Kauf der Hinterarnialpen konnte nun die eigentliche Gesellschaftsgründung am 26. Juli 1863 vorgenommen werden. Aus den Statuten geht hervor, dass die Form der Aktiengesellschaft gewählt wurde, mit 35 Gründungsmitglieder und einem Grundkapital von 300 Aktien zu je 500 Franken. Der Sitz der Gesellschaft wurde in der Gemeinde Ursenbach festgelegt.

DIE HINTERARNI- AKTIENGESELLSCHAFT HEUTE
Bis zum heutigen Tag hat die Hinterarni- Gesellschaft kein Wohnhaus, keine Stallung, keine Weide und kein Wald verkauft. Mit der heutigen Fläche von 428 Hektaren (235 Hektaren Land und 193 Hektaren Wald) und rund 30 Gebäuden stellt die Hinterarnialp flächenmässig eine der grössten Alpen im Kanton Bern dar.

Waldbewirtschaftung
Auf den 193 Hektaren Wald wachsen jedes Jahr zirka 1800 Kubikmeter Holz nach, das entspricht in etwa 60 beladene LKWs. Angestrebt wird ein Plenterwald mit einem durchschnittlichen Holzvorrat von 400 Kubikmeter pro Hektare.

Pachtbetriebe
Zu jeder Hirtschaft gehört heute ein Pachtbetrieb von 7-20 Hektaren landwirtschaftlicher Nutzfläche. Das Land, das zum Pachtbetrib gehört, ist klar vom Sömmerungsland getrennt. Der Pächter kann das ganze Jahr über eigene Tiere halten. Diese Tierbestände sind nicht all zu gross, sodass diese nur im Nebenerwerb gehalten werden.

Die sieben Sömmerungsbetriebe
Jedes Jahr werden auf ca. 160 Hektaren 430 Sömmerungsrinder gesömmert. Die Rinder werden im Schnitt 105 Tage auf der Alp verweilen. Der Pächter ( Hirt) ist im Angestelltenverhältnis bei der Hinterarnialpgesellschaft und zuständig für die Sömmerungstiere. Zu dieser Aufgabe gehört das Betreuen und Stallen der Tiere, Zäune errichten und die Pflege der Weiden.

  • Rindergrat und Fischgraben Familien Wymann- Röthlisberger
  • Untere Kühbisegg Familie Wüthrich
  • Vorderried Familie Jutzi
  • Kohlschwand Familie Flückiger
  • Kessisboden Mirjam Bigler
  • Hinterarni Familie Reist
Vorstand Hinterarnialp
Vorstand Hinterarnialp

Vorstand Hinterarnigesellschaft (vl.n.r)

  • Philipp Leuenberger (Kassier)
  • Armin Neuenschwander (Forstwesen)
  • Fritz Widmer (Präsident)
  • Daniel Käser (Vizepräsident)
  • Martin Appoloni (Sekretär)

Lüdern i.E.

Lushütten

Betrieb:
Marcel Röthlisberger / Daniela Brülisauer

Beschreibung:
Die Lushüttenalp-Genossenschaft wurde 1866 von 10 Bauern aus Dürrenroth und Ursenbach gegründet. Sie umfasst ein Bauernhaus ein Alprestaurant und fünf Sömmerungsställe, sowie 45ha Sömmerungsweide und 35ha Wald.

Da zu früheren Zeiten die Untere und Obere Lushütte separat verpachtet wurden und es vermehrten Wechsel gab entschieden sie sich, jemanden für die Rinder anzustellen, der sich verpflichtet das Restaurant zu pachten.

So ist Marcel seit 2017 von der Alpgenossenschaft für die Betreuung der Sömmerungsrinder als Hirt angestellt und hat das Restaurant gepachtet, welches jedoch nur 6 Monate geführt werden darf.

Marcel ist gelernter Zimmermann und hat eine Zweitausbildung zum Landwirt absolviert. So kann er im Winter als Landwirtschaftlicher Betriebshelfer auf verschiedenen Bauernhöfen eingesetzt werden. Ist da zu wenig Arbeit, kann er in der Zimmerei bei U. Schweizer Holzbau in Schafhausen aushelfen.

Daniela ist gelernte Köchin und hat eine Zusatzlehre zur Fleischfachfrau Verarbeitung (Metzgerin) gemeistert. Im Winter arbeitet sie in der Lohnmetzgerei Sommer & Klötzli GmbH in Wynigen.

So ergänzen wir uns hervorragend diese beiden Betriebszweige zu führen.

Wir freuen uns sehr euch die Lushütte näher zu bringen.


Die Lushütte liegt auf ca. 1330 m.ü.M. in der wunderschönen Gemeinde Trub angrenzend an Sumiswald. Sie ist zu Fuss auf der Wanderroute von der Lüderenalp zum Napf erreichbar. Mit dem Auto fahren Sie Richtung Hinterarnialp an der Grillstelle vorbei über die Süessegg hoch am Farnli-Esel entlang und erreichen die wunderschöne Lushüttenlandschaft.

Sobald der letzte Schnee vergangen ist beginnen die Arbeiten auf den Weiden. Es wird gezäunt, die Weidbrunnen geputzt und die Ställe eingerichtet.

Von Anfang Juni bis Mitte September sömmern wir ca. 100 Rinder die in fünf Ställen untergebracht sind. Ca. 80 Rinder werden jeden Morgen angebunden und mit etwas Salz verwöhnt. Dort sind sie tagsüber vor der Hitze und den „Brämen“ geschützt und einige Rinder werden nach Wunsch der Bauern besamt.

Am frühen Abend dürfen dann die Rinder raus um zu fressen, es gibt doch nichts Schöneres als dem „Weidglüt“ zuzuhören.

Dazu führen wir vom 1. Mai bis 31. Oktober das Alprestaurant, welches über 30 Sitzplätze im Stübli und ca. 120 Terrassensitzplätze verfügt. Es ist immer wieder sehr anspruchsvoll für die wetterabhängige Alpwirtschaft einzukaufen, Personal im Service sowie in der Küche aufzubieten. Zusätzlich bieten wir ein Massenlager mit 25 Plätzen an.


„Dr schönscht Tag“

Nach rund 100 Tagen Alpzeit fahren wir mit den Rindern am Freitag vor Bettag ab. Dies ist eines der grössten Highlights für das ganze Team.

Um 8.30 Uhr können wir dann alle zusammen in „Urchiger“-Kleidung den 3 ½ h Marsch in Angriff nehmen. Die herausgeputzten Tiere mit den wunderschönen Treicheln und dem selbstgemachtem, prächtigem Blumenschmuck werden nun 17km nach Sumiswald getrieben. Dort werden die Rinder von ihren Besitzern in Empfang genommen und nach Hause geführt.

Voller Emotionen rückblickend auf die schöne Zeit mit den Tieren und dem Älpler sein ist nun der Sommer definitiv vorbei und wird mit ein paar Gläsern Wein gefeiert.



VORGESCHICHTE DER ALPGENOSSENSCHAFT LUSHÜTTEN

Die Lushütten Alpen wurden erstmals in alten Dokumenten aus dem Trub Urbar von 1531 namentlich erwähnt.
In diesem ist ersichtlich, dass in der Zeit vor 1528 die Lushüttenalp zum Heumatt Gut im Brandösch-Viertel und zum Benediktinerkloster Trub gehörte. Nach der Aufhebung der Abtei infolge der Reformation fällt der Klosterbesitz grösstenteils an die bernische Landvogtei Trachselwald, damit auch die Lushütten Alp als Teil des Heumatt Gutes.

Daher bezahlt der als Besitzer der Heumatt genannte Hans Mürhoffer die Bodenzinse an die Landvogtei Trachselwald bzw. an die Schaffnerei Trub.

PRIVATBESITZ DER LUSHÜTTENALP

Im Truber Urbar von 1625 ist ersichtlich, dass Peter Wüthrich das Heumatt Gut mit Haus, Hof, Ackern, Matten, Holz und Wald mit samt den Alpen besitzt. Bis dahin gehörten die Alp und das Gut folglich noch zusammen.

Dem Chorgerichtsmanual Trub entnehmen wir, dass sich im Laufe des 17. Jahrhunderts die Besitzerverhältnisse ändern.

1685 ist der Besitzer der unteren Lushütte Christen Beer- Fankhauser. Wegen eines Vergehens wurde er im Jahr 1691 angeklagt und verurteilt, zur Strafe ausser Landes verbannt. Sein Vermögen mit Abzug aller Schulden erben seine Frau und die sechs Kinder.

1726 gehört die mittlere Weide immer noch Peter Wüthrich während sein Bruder Christen Wüthrich die obere Weide am 26.Oktober 1726 an den Sumiswalder im Hornbach sesshaften Sebastian Sommer verkauft.

Um 1750 ist die gesamte Lushüttenalp mit 52 Kuhrechten eine der grössten Emmentaler Alpen. Der jüngste Sohn und Erbe des bestraften Christen Beer der nun auf der unteren ist, erwirbt 1762 die mittlere Weide dazu.

In den Jahren um 1790 wurde erstmals eine Verbindung zum Richisberg in Ursenbach ersichtlich, wo der Besitz der Lushütten noch heute hingehört. Nämlich heiratete eine Tochter Beer`s einen Wälchli vom Richisberg. Caspar Wälchli- Beer ist nun der Besitzer der unteren und mittleren Lushütte.

Am 14.Oktober 1811 kauft er auch noch die obere Lushütte von Andreas Sommer, Schwandbach und Hans Sommer, Hambühl, die die Alp ihrerseits geerbt hatten.

In den folgenden 55 Jahren ist die Alp im Besitz der Familie Wälchli Beer, Richisberg, Ursenbach.

1832 wurde der Besitzer durch seine vielen Verwandten zur Bevormundung gezwungen weil er wohl über seinem Standart gelebt habe und Fr.20`000.- verloren habe.

Zwischenzeitlich wurde die Lushüttenalp von Vormündern verpachtet und später wieder selber bewirtschaftet. Nach vielen Familiären Schicksalsschlägen wurde die alleinige Besitzerin Verena Wälchli- Käser bevormundet und gezwungen die Lushütten Alp zu versteigern.

Der Erwerb der Lushütten Alp wie sie heute da ist, war also eine Abgekartete Sache. Die Bauern bereiten sich mit einer Art Vorvertrag auf die Steigerung vor und wollen den Besitz von Verena Wälchli- Käser unbedingt erwerben.

Am 24. Januar 1866 drei Tage vor der öffentlichen Versteigerung unterzeichnen 10 Bauern Friedrich Zürcher,( Obertschöppel, Huttwil), Johann Hiltbrunner,( Kleindietwil), Johann und Ulrich Flückiger, ( Lünisberg, Ursenbach), Bartholme Wälchli (Wäckerschwend), Kaspar Minder, (Gommen, Huttwil), Ulrich Hess,(Feld Dürrenroth), Friedrich Zürcher Neuenschwander, (Breiten Dürrenroth),

Christian und Fritz Zürcher, (Richisberg, Ursenbach), Johann Friedrich Flückiger-Zürcher, (Sparhof, Dürrenroth) und der Sager Johann Samuel Brand-Leuenberger, (Ursenbach) einen Gesellschaftsvertrag für die Lushütten Alp.

Der Vertrag legt fest, dass jeder oben genannte Vertragspartner am 27. Januar 1866 an der Versteigerung im Bären Sumiswald anwesend sein muss. Die meisten der zehn Käufer sind miteinander Verwandt.

GESELLSCHAFT / GENOSSENSCHAFT

Am 1. Februar 1866 findet in Wäckerschwend die Verschreibung statt. Die Lushütten wurde mit 3 Weiden, 2 Alphütten, 3 Ställen, 1 Schweinestall und auch Waldungen zu Fr.42`000.- gekauft. Käsekessel, Käsebretter zum Lagern von Käse, bereits gerüstetes Brennholz, Zäune und Dünger werden für zusätzliche Fr. 2`000.- gekauft. 1885 ist die Lushütten Alp von den bis heute besitzenden Aktionären vollständig bezahlt.

Schon vor der Gründung der Genossenschaft ist klar geworden, dass das Küherwesen untergeht. Bereits Anfang 19. Jahrhundert um 1815 ist dies mit der Gründung der Dorfkäserei Kiesen für den Kanton Bern ein ausschlaggebender Punkt. Die Käseherstellung in den Talkäsereien hat zur Folge, dass sich die Bestossung der Alpen verändert.

Neu werden vor allem Rinder auf die Alpen getrieben und im den Sommermonaten eine Hirtenfamilie angestellt. In der Zeit zwischen 1869 und 1896 wird beschlossen, dass Neumitglieder ein Vermögen über Fr. 10`000.- besitzen müssen um in die Gesellschaft aufgenommen werden zu können und wurde in den Statuten von Gesellschaft in Berg-Genossenschaft umgewandelt.

Ab 1866 stellte die Genossenschaft einen Alpmeister der das Sagen auf der Alp vor allem hatte. Einen Vorstand aus fünf Männern und Frauen hat die Lushütten Alpgenossenschaft erst seit 2014.

PÄCHTER, HIRT, WIRT

Während langer Zeit wurde die Lushütten Alp an 2 Parteien verpachtet. Der eine in der unteren der andere in der oberen Lushütte. Derjenige der den Bauernhof in der Unteren Lushütte mit vorgegebener LN (Landwirtschaftliche Nutzfläche) pachtete, durfte dort auf eigene Rechnung bauern. Mit 6 Milchkühen und 2 Rindern Kälbermast betreiben und war für die Sömmerung der Rinder und der Pflege der Weiden und erstellen der Zäune von der Alpgenossenschaft angestellt. Der in der Oberen Lushütte war der Pächter des weitbegehrten Alprestaurants, durfte dort auf eigene Rechnung Wandergäste und Touristen von nah und fern nach Herzenswunsch bedienen, und angestellt zur Betreuung der Oberen Weide und Rindern.

In diesem Rahmen wird die Alp bis Ende 1990 betrieben. 1991 wird erstmals ein Hirt/ Wirt Ehepaar angestellt, die LN viel zwar für den Pächter weg jedoch hatte er das recht auch seine eigenen Tiere auf der Lushütten zu sömmern. Bis ins Jahr 2021 gab es 7 Familien die in den letzten 30 Jahren die Lushütten Alp bewirtschafteten, die Rinder hirten und die Gäste bewirten.

1991-1995 (Ulrich und Anette Brönnimann, Aarwangen), 1996-1998 (Anita Brawand und Martin Perren, St.Stephan im Simmental), 1999-2011 (Walter und Rösi Schüpbach-Egli, Signau), 2012-2014 (Martin und Nicole Fankhauser-Baumgartner, Trub), 2015-1016 (Anita und Josef Thalmann-Bertschinger, Bramboden), 2017-….? (Marcel Röthlisberger und Daniela Brülisauer, Wasen im Emmental).

Nun hoffen wir noch lange als Hirt/ Wirtenpaar der Alpgenossenschaft Lushütten dienen zu können.




2016 feierte die Alpgenossenschaft Lushütten ihr 150-jähriges Bestehen. Die vorliegende Chronik lässt nicht nur den Zeitraum zwischen 1866 und 2016 Revue passieren, sondern gibt auch einen umfassenden Einblick in die Geschichte der Lushütten Alp vor der Gründung der Genossenschaft.

Die Autorin hat ihre Arbeit in sieben Kapitel unterteilt. Im Kapitel zur Vorgeschichte sind die früheren Besitzer im Fokus. Die sogenannten Küher und deren Familien, die nicht nur ihr eigenes Vieh sondern auch dasjenige von Talbauern auf der Alp sömmerten sind ebenso ein Thema wie die begüterte Ursenbacher Bauernfamilie in deren Besitz die Alp vor der Gründung der Genossenschaft war. Der Weg von der Gesellschaft zur Genossenschaft wird aufgezeigt, die langjährigen Alpmeister vorgestellt, die Hirten und ihr Dasein auf der Alp beschrieben. Auch die Bautätigkeit, die Waldwirtschaft, Wege und Strassen sind Aspekte der Broschüre. Viele Hinweise am Schluss der Chronik helfen, den Stoff zu vertiefen.

Regina M. Heiniger-Leuenberger
Lushütten Alp. Zum 150-jährigen Bestehen der Alpgenossenschaft Lushütten (1866-2016)
136 Seiten im Format A5, zahlreiche historische und neue Fotos.
Kulturbuchverlag Herausgeber.ch
ISBN 978-3-905939-35-4
Preis: CHF 20.- (plus CHF 2.- Porto)


Die Chronik ist erhältlich:

  • im Alphaus Lushütten
  • bei Regina M. Heiniger-Leuenberger, Fischerweg 45, 3600 Thun (033 222 89 67 oder heleu@bluewin.ch)
  • über den Buchhandel

Farnlialp

Betrieb:
Katja Häusler

Beschreibung
Die Farnlialp liegt 1257 m.ü.M. zwischen Hinterarni und Lushütte. Hedy und Hans Häusler hatten die Alp von 1991 bis 2020 bewirtschaftet. Ab dem 1. Jan. 2021 ist die Tochter Katja Häusler Pächterin der Farnlialp. Die landwirtschaftliche Nutzfläche beträgt 6.75 Hektaren.

Tiere auf dem Betrieb:

  • 6 Milchkühe und 2 Rinder
  • Ziegen, Hühner, Kaninchen, Hund und Katzen
  • 70 –74 Sömmerungsrinder

Die Milch der Kühe wird an die Mastkälber vertränkt, die im Schlachthof Langnau i.E. geschlachtet werden.

Alpzeit
Für eine schöne Alpzeit sind im Frühling, wenn der Schnee geschmolzen ist viele Arbeiten zu erledigen. Die Sömmerungsrinder sind auf 2 Anbindeställe verteilt. Sie werden täglich gestallt. Die Eltern Hedy und Hans helfen tatkräftig auf dem Betrieb mit.

Alpabfahrt
Mit der Alpabfahrt nach ca 100 Tagen geht der Alpsommer zu Ende. Es ist immer schön die herrlich geschmückten Rinder ins Tal zu treiben. Das ist nur mit der guten Zusammenarbeit mit den Besitzern der Rinder, die Bauern im Tal möglich. Ohne viele Helfer wäre dies nicht möglich, wofür die Familie Häusler sehr dankbar ist.

Krähenbühl

Betrieb:
Erich und Ruth Waeber

Beschreibung:
Die Krähenbühlalp befindet sich zuhinterst im Hornbach, wo wir sie seit 1997 bewirtschaften. Wir sind angestellt als Hirt und bewirtschaften 7,3ha LN, die wir mit 8 reinen Simmentaler Kühen nutzen und von der Milch ca. 30 Kälber im Jahr mästen.

Sömmerungsweiden sind 46ha, hier verbringen ca. 85 Rinder, verteilt auf 2 Laufställen und einem Anbindestall, den Sommer. Der Eggstall, zuoberst auf 1256 m.ü.M., ist bekannt als schönes Wandergebiet mit schöner Fernsicht.

Der Abschluss eines Alpsommers ist die Alpabfahrt, welche jedes Jahr am Freitag vor Bettag statt findet. Da wird jedes Tier schön zurechtgemacht, mit Blumen, Treicheln bzw. Glocken geschmückt und mit einem Fussmarsch von 2,5 Stunden bis ins Rest. Rössli in Wasen getrieben, wo sie ihren Besitzern übergeben werden.

Ober Scheidegg

Beschreibung

Beschreibung und Bilder folgen.

Tipps

Ein unvergessliches Wochenende
Ein unvergessliches Wochenende
Verlängern Sie Ihren Aufenthalt in der Gemeinde Sumiswald oder im Emmental und geniessen Sie ein schönes Wochenende in den wunderschönen Hügeln und Tälern! Informationen zu den Angeboten finden Sie unter folgenden Links:

Das OK / Kontakt

Der Anlass wird von einem Organisationskomitee in Zusammenarbeit mit dem Ortsverein Wasen i.E. und dem Verkehrsverein Sumiswald-Grünen organisiert.

Haben Sie Fragen? Möchten Sie mehr über die Alphirtschaften oder den Anlass erfahren? Das Organisationskomitee der Emmentaler Alpabfahrt Wasen-Sumiswald hilft Ihnen gerne weiter:

Präsident: Peter Gygax, Sumiswald
Telefon: 079/502 59 98
Email: pgy@swissgenetics.ch

Vizepräsident: Jürg Reist, Wasen i.E.
Telefon: 079/529 28 52
Email: hinterarni@bluewin.ch

Kassierin: Margrit Wymann
Telefon: 079/639 49 12
Email: ma.wymann@gmx.ch

Spenden

Die Durchführung des Anlasses darf gerne mit Spenden unterstützt werden:

Konto:
CH24 0631 3640 3922 5090 6

Begünstigter:
Emmentaler-Alpabfahrt.ch
Wasen-Sumiswald
3457 Wasen i.E.

Oder folgende QR-Code scannen:

QR-Code Zahlung Alpabfahrt
QR-Code Zahlung Alpabfahrt

Rückblick / Galerien

Alle Fotos:
© Ulrich Steiner, Sumiswald

Foto-Galerie 2021

Foto-Galerie 2020