Rücktritt der Pilzkontrolleure

27.06.2016

Bericht: Hansueli und Annamarie Pfister, Wasen

Anfang der 1990er Jahre wurden wir von der Gemeinde Sumiswald angefragt, ob wir bereit wären, die Ausbildung zum Pilzkontrolleur zu besuchen. Nach reiflicher Überlegung haben wir beschlossen, diese Ausbildung gemeinsam zu absolvieren. Um uns mit dieser für uns neuen Materie vertraut zu machen, haben wir viele Stunden mit Pilzsammeln und mit Studieren von Lehrbüchern verbracht. Die vielen Spaziergänge im Wald waren sehr angenehm und lehrreich, die Theorie war teilweise etwas mühsam und trocken. Im Jahre 1993 haben wir erstmals den Wochenkurs in Landquart besucht. Nach dem zweiten Kurs 1994 haben wir die Prüfung auf Anhieb bestanden. Die Freude und die Erleichterung waren natürlich gross. Die Gemeinde Sumiswald hat uns die Kurskosten für beide Jahre vergütet.
Im Jahr 1995 starteten wir dann mit den Pilzkontrollen in der Gemeinde Sumiswald. Seither haben wir gegen 3‘000 kg Pilze kontrolliert. Das während unserer Amtszeit beste Pilzjahr war 2012, was auf den sehr regenreichen Sommer zurückzuführen war. Als schlechtestes Pilzjahr bleibt das Jahr 2003 aufgrund der Hitze und Trockenheit in Erinnerung. Während vielen Jahren galt im Kanton Bern eine Pilzschonzeit. Im Jahr 2012 wurde diese Schonzeit wieder aufgehoben, da eine positive Wirkung auf das Wachstum der Pilze nie nachgewiesen werden konnte. Es gibt Jahre, die überaus reich an Steinpilzen sind. Besonders in Erinnerung geblieben ist uns eine Familie, die in einem solchen Jahr mit einem vollen Wäschekorb zur Pilzkontrolle kam.
Dem Steinpilz sehr ähnlich ist der ungeniessbare Gallenröhrling, der oft massenhaft auftritt und häufig verwechselt wird. Öfters kamen auch Kinder mit ihrem Sammelgut in die Kontrolle und mussten dann mit enttäuschten Gesichtern abziehen, weil der Korb fast oder ganz leer war. Eindrücklich war auch der Pilzsammler mit den 16 Stück des sehr giftigen Pantherpilzes, die er in seinem Korb hatte und mit dem essbaren Perlpilz verwechselte. Probleme mit Giftpilzen sind wenige aufgetaucht. Ausnahmsweise kann es vorkommen, dass Pilze aufgrund neuer Erkenntnisse neu klassifiziert werden. Als Beispiel ist der Grünling zu nennen, der früher als Speisepilz galt, seit 2001 jedoch als ungeniessbar klassifiziert ist. Selten sind auch Pilzkontrolleure unsicher oder kennen einen Pilz nicht. Da gilt es jeweils, diesen zu verwerfen und nicht in den Korb mit den essbaren Pilzen zu legen.
Nach mehr als 20 Jahren haben wir beschlossen, dieses Amt aufzugeben, da wir unterdessen in einem fortgeschrittenen Alter sind. Das Schöne beim Pilzsammeln ist, das dies immer mit einem Waldspaziergang verbunden ist. Für Anfänger empfiehlt es sich, immer nur zwei bis drei Exemplare zu pflücken und diese möglichst mit dem ganzen Stiel in die Kontrolle zu bringen. Wir hoffen sehr, dass sich ein Nachfolger finden wird, der sich zum Pilzkontrolleur ausbilden lässt. Angaben über die Ausbildung finden sich unter www.vapko.ch.

Öffnungszeiten.

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08.00 - 12.00 und 14.00 - 17.00 Uhr

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